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Die Regierung Rhee Syng-mans fuhr von Anfang an eine antikommunistische Linie. 1960 brach die Regierungsmacht angesichts der studentischen Antiregierungsbewegungen, die sich wegen begangener Gräueltaten und Wahlmanipulation formiert hatten und die unter der Bezeichnung „4.19 Revolution“ bekannt wurden, zusammen. 1963 wurde Park Chung-hee zum Präsidenten gewählt und regierte mit eiserner Hand für die nächsten 17 Jahre, was zu kontroverser Kritik führte. Seine „Saemauel Undong“ (die Neue Gemeinschaftsbewegung, Beginn 1970, ein Versuch, Korea zu modernisieren) jedoch brachte großen Fortschritt in Südkorea. Die systematische Annäherung zur wirtschaftlichen Entwicklung führte schließlich zur Erhöhung des Exportvolumens und damit zu positiven Erträgen. Dennoch, mit der fortlaufenden demokratischen Entwicklung wuchs auch der Unmut gegen den diktatorisch regierenden Präsidenten. Schlussendlich wurde Park Chung-hee 1979 von seinem eigenen Geheimdienstchef, Kim Jae-Kyu, erschossen.
1980 kam Chun Doo-hwan durch einen Militärputsch an die Macht und regierte die Nation im autoritären Stil, musste jedoch 1988 nach Protesten wegen des Massakers in Gwangju zurücktreten. 1988 begann die Regierung Roh Tae-woo mit erfreulichen Entwicklungen: Südkorea trat den Vereinten Nationen bei und war erfolgreicher Gastgeber der Olympischen Spiele 1988. Auf Ihn folgte 1993 Kim Young-sam, in dessen Regierungszeit die Asienkrise fällt. 1998 wurde Kim Dae-jung zum Präsidenten gewählt, der sich darauf konzentrierte, die Auswirkungen dieser sogenannten IMF-Krise von 1997 zu bewältigen. Unter seiner Regierung war Korea auch Gastgeber der FIFA Weltmeisterschaften 2002. Präsident Kim Dae-jung wurde 2002 mit dem Friedensnobelpreis für seine Sonnenscheinpolitik gegenüber Nordkorea geehrt.
Die Amtszeit des Präsidenten Roh Moo-hyuns begann 2003. Seine Regierung versuchte, das ökonomische Wachstum des Landes durch einen möglichst demokratischen und weniger autoritären Stil zu fördern. Im Februar 2008 wechselte das Amt auf den neugewählten Präsidenten Lee Myung-bak.

Nordkorea wird seit dem Tod Kim Il-sungs 1994 von dessen Sohn Kim Jong-il regiert. Angesichts der kritischen ökonomischen Situation beliefert der Süden den Norden mit Reis und Nordkorea führte partielle Freihandelszonen ein, um die allgemeine Lage zu verbessern. Ausländische Firmen fassen nun Fuß in einem Land, welches mit der Juche-Doktrin bisher auf Isolation ausgerichtet war.

Am 4. Juli 1972 unterschrieben Nord- und Südkorea einen Vertrag über Verhandlungen zu einem Friedensvertrag und 2000 unternahmen Kim Dae-jung und Kim Jong-il diesbezüglich die ersten Versuche durch Verbesserung der Ökonomie und das Lösen des Problems getrennter Familien. Das Familienwiedervereinigungsprogramm begann 1985 und dauert bis heute an. Seit 1998 können begrenzte Gruppen von südkoreanischen Zivilisten in Nordkorea einreisen und eine Tour, z.B. durch das Geumgang-Diamantengebirge machen. Auch Touristen aus anderen Ländern erhalten immer mehr Möglichkeiten, einen Einblick in das sich langsam öffnende Nordkorea zu bekommen.

Titelbild: 
Die Nachwirkungen des Krieges (1954 – Gegenwart)