Koreas Geschichte

Prähistorische Zeit

Prähistorische Zeit

Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass sich Menschen erstmalig um 18.000 v.Chr. auf der koreanischen Halbinsel niederließen. Es handelte sich um Nomadenstämme aus dem sibirisch-mongolischen Raum. Auffällig für diese Zeit sind die vielen, noch heute gut erhaltenen, Dolmengräber. Sie machen ca. 60% der weltweiten Dolmen aus.

Go-Joseon (2333 v.Chr.)

Go-Joseon (2333 v.Chr.)

Der Legende nach wurde das erste Königreich Koreas von dem mythischen Herrscher Dangun im Jahre 2333 v.Chr. gegründet. Historiker vermuten, dass dieses später Go-Joseon („Altes Choseon“) genannte Reich in Nordkorea und der Mandschurei gelegen hat. Es wurde vom chinesischen General Wei Man erobert und später in das chinesische Han-Reich eingegliedert.

Ära der Drei Königreiche (57 v.Chr. – 668 n.Chr.)

Ära der Drei Königreiche (57 v.Chr. – 668 n.Chr.)

Die chinesischen Kommandanturen konnten sich nicht lange halten, es entstanden Nachfolgestaaten und schließlich drei große Reiche, welche fast die ganze Halbinsel unter sich aufteilten: Goguryeo, Baekje und Silla. Sie befanden sich im ständigen Wechsel von kriegerischen Auseinandersetzungen und Friedensvereinbarungen.

Vereinigtes Königreich von Silla (676 – 935)

Vereinigtes Königreich von Silla (676 – 935)

Silla konnte zwischen 660 und 668 mit Hilfe von Tang-China den Sieg auf der koreanischen Halbinsel erringen. Die Hauptstadt Gyeongju wurde Zentrum einer kulturellen Blüte, vor allem in der buddhistischen Kunst.

Goryeo-Dynastie (918 – 1392)

Goryeo-Dynastie (918 – 1392)

Nachdem Silla in Nachfolgestaaten zerfallen war, einte die neue Goryeo-Dynastie die Halbinsel erneut. Es bildete sich in Korea eine aristokratische Regierungsform heraus. 1231 wurde Korea von den Mongolen erobert, welche auch China beherrschten. Der im Westen benutzte Name Koreas leitet sich von eben diesem„ Goryeo” ab.

Vereinigtes Königreich von Balhae (699 – 926)

Vereinigtes Königreich von Balhae (699 – 926)

Das Königreich Balhae entstand aus der untergegangenen Goguryeo-Dynastie heraus. Der General Dae Joyeong gründete Balhae mit einer Armee von Heimatlosen. Zeitweilig war es so mächtig, dass es sogar Gebiete im Norden und Osten Chinas einnehmen und dadurch die Früchte der kulturellen Entwicklung im Nachbarland mit genießen konnte. Im China der Tang-Dynastie sprach man von Balhae als “dem mächtigen Land am Meer im Osten”. Es wurde 926 von den mandschurischen Kitan erobert, worauf viele der ehem. Goguryeo-Bewohner in das neu entstandene Reich im Süden flohen.

Joseon-Dynastie (1392 – 1910)

Joseon-Dynastie (1392 – 1910)

General Yi Seong Gye gründete die letzte, die Joseon-Dynastie. Er beseitigte mit Rückendeckung des sich befreienden Chinas die Goryeo-Dynastie. Der Konfuzianismus wurde zur Staatsideologie und neue politische und wirtschaftliche Reformen wurden durchgesetzt. Zu den wichtigsten kulturellen Leistungen gehörte ein Aufblühen literarischer Aktivitäten, u. a. die Entwicklung des koreanischen Alphabets Hangeul durch König Sejong den Großen im Jahr 1443. Die Hauptstadt Hanyang, das heutige Seoul, wurde 1394 gegründet und noch heute finden sich hier Paläste und Stadttore aus dieser Epoche. Die Hideyoshi-Invasion, der Einfall der Mandschu und der politische Druck des Auslands schwächten die Dynastie jedoch zusehends.

Japanische Kolonialherrschaft (1910 – 1945)

Japanische Kolonialherrschaft (1910 – 1945)

Die Joseon-Dynastie wurde durch die japanische Invasion im Jahre 1910 beendet. Die Ausbeutung und Beschneidung ihrer Rechte ertrugen die Koreaner mit Fassung. Aber nach dem Tod des ehemaligen Königs Gojong fanden am 1. März 1919 landesweit Demonstrationen gegen die japanische Besatzung statt. In Seoul wurde eine Unabhängigkeitserklärung ausgerufen, der friedliche Protest von Japan brutal unterdrückt.

Gründung der koreanischen Regierung (1945 – 1948)

Zwar wurde Korea am 15. August 1945 von der japanischen Unterdrückung befreit, die koreanische Nation wurde jedoch sogleich mit der tragischen Teilung in einen Norden und Süden, entlang des 38. Breitengrads, konfrontiert. Beide Regionen wurden dadurch für einige Zeit zur amerikanischen bzw. zur russischen Besatzungszone.
Am 10. Mai 1948 fanden mit Hilfe der Vereinten Nationen Wahlen in Südkorea statt, durch die Dr. Rhee Syng-man zum Präsidenten gewählt wurde. Im selben Jahr am 15. August wurde mit einer offiziellen Deklaration die erste der südkoreanischen Regierung proklamiert.
Auf der anderen Seite formierte sich in Nordkorea, ebenfalls durch Wahlen, gefördert durch den Ostblock, im Februar 1946 das provisorische Volkskomitee Nordkoreas mit Kim Il-sung an seiner Spitze und am 9. September 1948 wurde die Demokratische Volksrepublik Korea gegründet.

Koreakrieg (1950 – 1953)

Koreakrieg (1950 – 1953)

In den frühen Stunden des 25. Juni 1950 begann der Versuch Nordkoreas, die Wiedervereinigung der Halbinsel gewaltsam zu erzwingen.
Mit der Überschreitung des 38. Breitengrades brach schließlich der Koreakrieg aus.
Angesichts der drohenden, kommunistischen Gefahr formierten sich über 16 Nationen unter der Führung des UN-Generals Douglas MacArthur zur Unterstützung Südkoreas. China und die Sowjetunion liehen hingegen ihre militärische Macht Nordkorea. Der Krieg dauerte drei Jahre, bis zum 27. Juli 1953. In Panmunjeom, das an der demilitarisierten Zone liegt, wurde ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Ca. 3 Millionen Zivilisten, 40.000 UN-Soldaten (davon 36.000 Amerikaner), 600.000 koreanische und 673.800 chinesische Soldaten starben bei während der Kampfhandlungen. Im Krieg wurde ein Großteil der Städte vor allem auf nordkoreanischer Seite zerstört.
Die Teilung des Landes war endgültig besiegelt und ein Friedensabkommen ist bis heute nicht zustande gekommen.

Die Nachwirkungen des Krieges (1954 – Gegenwart)

Die Nachwirkungen des Krieges (1954 – Gegenwart)

Die Regierung Rhee Syng-mans fuhr von Anfang an eine antikommunistische Linie. 1960 brach die Regierungsmacht angesichts der studentischen Antiregierungsbewegungen, die sich wegen begangener Gräueltaten und Wahlmanipulation formiert hatten und die unter der Bezeichnung „4.19 Revolution“ bekannt wurden, zusammen. 1963 wurde Park Chung-hee zum Präsidenten gewählt und regierte mit eiserner Hand für die nächsten 17 Jahre, was zu kontroverser Kritik führte. Seine „Saemauel Undong“ (die Neue Gemeinschaftsbewegung, Beginn 1970, ein Versuch, Korea zu modernisieren) jedoch brachte großen Fortschritt in Südkorea. Die systematische Annäherung zur wirtschaftlichen Entwicklung führte schließlich zur Erhöhung des Exportvolumens und damit zu positiven Erträgen. Dennoch, mit der fortlaufenden demokratischen Entwicklung wuchs auch der Unmut gegen den diktatorisch regierenden Präsidenten. Schlussendlich wurde Park Chung-hee 1979 von seinem eigenen Geheimdienstchef, Kim Jae-Kyu, erschossen.
1980 kam Chun Doo-hwan durch einen Militärputsch an die Macht und regierte die Nation im autoritären Stil, musste jedoch 1988 nach Protesten wegen des Massakers in Gwangju zurücktreten. 1988 begann die Regierung Roh Tae-woo mit erfreulichen Entwicklungen: Südkorea trat den Vereinten Nationen bei und war erfolgreicher Gastgeber der Olympischen Spiele 1988. Auf Ihn folgte 1993 Kim Young-sam, in dessen Regierungszeit die Asienkrise fällt. 1998 wurde Kim Dae-jung zum Präsidenten gewählt, der sich darauf konzentrierte, die Auswirkungen dieser sogenannten IMF-Krise von 1997 zu bewältigen. Unter seiner Regierung war Korea auch Gastgeber der FIFA Weltmeisterschaften 2002. Präsident Kim Dae-jung wurde 2002 mit dem Friedensnobelpreis für seine Sonnenscheinpolitik gegenüber Nordkorea geehrt.
Die Amtszeit des Präsidenten Roh Moo-hyuns begann 2003. Seine Regierung versuchte, das ökonomische Wachstum des Landes durch einen möglichst demokratischen und weniger autoritären Stil zu fördern. Im Februar 2008 wechselte das Amt auf den neugewählten Präsidenten Lee Myung-bak.

Nordkorea wird seit dem Tod Kim Il-sungs 1994 von dessen Sohn Kim Jong-il regiert. Angesichts der kritischen ökonomischen Situation beliefert der Süden den Norden mit Reis und Nordkorea führte partielle Freihandelszonen ein, um die allgemeine Lage zu verbessern. Ausländische Firmen fassen nun Fuß in einem Land, welches mit der Juche-Doktrin bisher auf Isolation ausgerichtet war.

Am 4. Juli 1972 unterschrieben Nord- und Südkorea einen Vertrag über Verhandlungen zu einem Friedensvertrag und 2000 unternahmen Kim Dae-jung und Kim Jong-il diesbezüglich die ersten Versuche durch Verbesserung der Ökonomie und das Lösen des Problems getrennter Familien. Das Familienwiedervereinigungsprogramm begann 1985 und dauert bis heute an. Seit 1998 können begrenzte Gruppen von südkoreanischen Zivilisten in Nordkorea einreisen und eine Tour, z.B. durch das Geumgang-Diamantengebirge machen. Auch Touristen aus anderen Ländern erhalten immer mehr Möglichkeiten, einen Einblick in das sich langsam öffnende Nordkorea zu bekommen.